Der Product Manager ist tot. Es lebe der Product Developer.
Die Person, die mit Figma-Entwürfen ins Meeting kommt und sagt 'baut das', hat keine Zukunft mehr. KI hat den Abstand...
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13.03.2026, Von Stephan Schwab
Fünfzig Jahre lang steckten wir in den Minen der Syntax fest und verwechselten "Tippen" mit "Produktentwicklung". Die KI hat diese Ketten gesprengt. Das ist nicht das Ende unseres Berufsstandes – es ist der Moment, in dem wir endlich das Kommando übernehmen. Die Fleißarbeit ist tot. Die Zeit für echte Produktentwicklung ist gekommen.
Lassen Sie die Chefetage ruhig in Panik geraten. Sie fragen: “Wenn ChatGPT den Code schreiben kann, warum bezahle ich Sie dann?”
Schauen Sie ihnen in die Augen und antworten Sie: “Sie haben mich nie fürs Tippen bezahlt. Sie haben mich dafür bezahlt, das Problem so tief zu verstehen, dass Sie die Firma damit nicht gegen die Wand fahren.”
“Software-Ingenieur” war immer nur ein kalifornischer Begriff für eine höhere Gehaltsstufe. Der wahre Job – der, den KI nicht ersetzen kann – ist der des Software-Produktentwicklers.
Jahrzehntelang fungierten wir als “Übersetzungsschicht”. Wir nahmen geschäftliche Absichten und demütigten uns selbst, indem wir sie manuell in semikolon-perfekte Syntax übersetzten. Es war Schinderei. Es war langsam. Und das Schlimmste: Es gab uns eine Ausrede, Techniker statt Architekten zu sein.
Jetzt ist die Übersetzung kostenlos. Die KI hat die Steuer auf Syntax abgeschafft. Die Ketten sind ab.
Wir sind zurück im Jahr 1968, auf der Garmisch-Konferenz, wo der Begriff “Software Engineering” geboren wurde. Sie haben diesen Begriff nicht erfunden, weil sie hübschere Variablennamen wollten. Sie erfanden ihn, weil sie Angst hatten.
Sie sahen eine Zukunft, in der uns die Komplexität ertränken würde. Und 50 Jahre lang haben wir diesen Kampf verloren. Wir waren zu beschäftigt damit, Syntaxfehler zu beheben, um den Krieg gegen die Komplexität zu führen.
Jetzt ist die Schwierigkeit des Code-Schreibens verschwunden. Die KI hat den Begrenzer entfernt. Sie können an einem Nachmittag eine Million Zeilen Chaos generieren. Das ist die Gefahr. Aber es ist auch die Chance.
“Coden” war Handarbeit. Es erlaubte uns, uns zu verstecken. Es erlaubte uns zu sagen: “Ich arbeite nur das Ticket ab.”
Nicht mehr. Jetzt, wo die Roboter die Ziegel legen, müssen Sie der Architekt sein. Sie müssen der Produktentwickler sein.
Es ist an der Zeit, sich die Autorität zurückzuholen.
Demütigen Sie sich nicht, indem Sie ein “Prompt Engineer” werden. Das ist nur die alte Büroarbeit in neuem Gewand. Einen Text-String anzupassen, um ein Modell auszutricksen, ist unter Ihrer Würde.
Echte Produktentwicklung im KI-Zeitalter bedeutet Kommando und Verifizierung.
Sie müssen in der Lage sein, das System mit solcher Strenge zu spezifizieren, dass Sie beweisen können, dass die Ausgabe der KI korrekt ist. Wenn Sie keinen Code lesen können, wenn Sie nicht über Fehlerdomänen nachdenken können, sind Sie nicht “augmentiert”. Sie sind obsolet. Wie wir in Technische Praktiken, die Geschäftsergebnisse treiben besprochen haben, ist strenge Verifizierung der einzige Weg, um die Geschwindigkeit der KI-Generierung zu überleben.
Der “Coder” ist tot. Lassen Sie ihn sterben. Es war ein bürokratischer Job, der sich als kreativer Job tarnte.
Der “Software-Produktentwickler” ist derjenige, der überlebt. Die Person, die die Domäne versteht, die Beschränkungen modelliert und die Verantwortung für das Verhalten des Systems in der realen Welt übernimmt.
Die Werkzeuge haben sich geändert. Die Mission bleibt. Hören Sie auf zu tippen. Fangen Sie an, Produkte zu entwickeln.
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